Wer die Deutsche Bahn nicht mag, soll sie nicht andauernd nutzen. Laufen, nicht meckern. Wer keinen Käse mag, wird im Restaurant ja auch keine Käseplatte bestellen. Diese ekelhafte Doppelmoral. Leute, die gegen S21 und damit gegen das umsetzende Unternehmen demonstrieren und dabei Verkehrsmittel eben jenes Unternehmens in Anspruch nehmen, um zu Demonstrationen zu gelangen. Leute, die gegen Castortransporte demonstrieren, indem sie Gleise blockieren und damit dafür sorgen, daß diese Behälter noch viel länger in freiem Raum unterwegs sind und damit selbst die größte Unfallgefahr für diese Züge dar- bzw. erstellen.
Es ist kein Geheimnis, daß die Züge aller Verkehrsunternehmen rund um Feiertage und zu Stoßzeiten und zu Fußballspielen und etc. hier und da überfüllt und verspätet sind. Na und? Wer nicht das erste Mal mit der Bahn fährt, informiert sich vorher über Alternativverbindungen. Das sind zudem Situationen, in denen nicht das Verkehrsunternehmen, sondern die Massen an Leuten die Verzögerungen verursachen. Weil sie die anscheinend doch sehr hohe Kunst des Ein- und Aussteigens nicht beherrschen, weil sie lieber auf dem Bahnsteig statt im Zug ihren Wagen suchen, weil sie sich minutenlang in der Tür theatralisch verabschieden müssen oder weil es einfach so viele sind. Seltsam: Beschwerden gibt es meist nur auf wenig ausgelasteten Strecken, wo Gelegenheitsfahrer zu finden sind. Generell: Gelegenheitsfahrer sind die ersten, die schreien. Im RE1 zwischen Hamm und Dingsbums über Düsseldorf, Köln etc. gibt es kaum Klagen – und der ist nahezu zu jeder Tageszeit verspätet und überfüllt. Wenn, dann von Gelegenheitsreisenden. Mir fällt gerade kein passender Vergleich ein. Vielleicht doch: Leute, die auf Konzerte gehen und sich dann wundern, daß es laut ist. So ungefähr ist das. Die, die am wenigsten Ahnung haben, tun ihre Meinung am lautesten kund. So ist das ja oft. Siehe unten, siehe oben, siehe hier und da. Wer die Deutsche Bahn nicht mag, soll sie nicht andauernd nutzen. Und Microsoft-Produkte auch nicht. Und Atomstrom sowieso.



